Gesund & Leben - Oktober 2026

FOTO: BEIGESTELLT n BEWEGUNG Regelmäßige Bewegung unterstützt den Stoffwechsel und die Funktion von Muskeln, Herz und Mitochondrien. Dabei muss es nicht immer intensives Training sein, sondern kann auch zügiges Gehen, Radfahren oder Treppensteigen sein. Entscheidend ist, Bewegung möglichst regelmäßig in den Alltag einzubauen. n AUSGEWOGEN ESSEN Eine abwechslungsreiche Ernährung versorgt die Zellen mit wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen, Eiweiß und anderen Nährstoffen. Besonders günstig ist eine pflanzenbasierte Kost mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und hochwertigen Fetten. Stark verarbeitete Lebensmittel, viel Zucker und übermäßiger Alkoholkonsum sollten dagegen möglichst die Ausnahme bleiben. n AUSREICHEND SCHLAFEN Während des Schlafs laufen im Körper wichtige Reparatur- und Regenerationsprozesse ab. Chronischer Schlafmangel kann Stoffwechsel, Immunsystem und andere Zellfunktionen beeinträchtigen. Regelmäßiger und ausreichend langer Schlaf hält auch unsere Zellen fit. n STRESS REDUZIEREN Anhaltender Stress setzt den Körper dauerhaft unter Belastung und kann unter anderem Entzündungsprozesse begünstigen. Ausreichend Erholung und regelmäßige Entspannungsphasen helfen, wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Bewegung, Zeit in der Natur, soziale Kontakte oder bewusste Pausen können dabei unterstützen. Tipps mehr richtig erneuern können? Eine mögliche Antwort liegt in der sogenannten Zellseneszenz, einem der Forschungsgebiete des Molekularbiologen. Was genau unter solchen Zellen zu verstehen ist, erklärt er so: „Seneszente Zellen sind Zellen, die sich nicht mehr teilen können, aber auch nicht absterben – sie ‚hängen‘ im Zellzyklus fest. Manche Forscher bezeichnen sie daher auch als ‚Zombie-Zellen‘.“ Seneszenz ist aber zunächst kein krankhafter Vorgang, sondern kann eine wichtige Schutzfunktion haben. Ist eine Zelle etwa durch DNA-Schäden stark verändert, kann Seneszenz verhindern, dass sie sich weiter vermehrt und möglicherweise zu einer Tumorzelle wird. Mit zunehmendem Alter können sich jedoch immer mehr seneszente Zellen im Gewebe ansammeln. Welche Folgen das haben kann und warum diese „Zombie-Zellen“ mit verschiedenen altersbedingten Erkrankungen in Verbindung gebracht werden, erläutert Schosserer im Interview auf Seite 44. WAS ZELLEN SCHÜTZT Wie schnell unsere Zellen altern, lässt sich aber durchaus beeinflussen. „Die Geschwindigkeit der Zellalterung ist beeinflussbar – und das überwiegend durch Lebensstilfaktoren“, sagt Schosserer. Eine unausgewogene Ernährung, Bewegungsmangel, schlechter Schlaf sowie Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum können Zellen belasten und Alterungsprozesse beschleunigen. Auch Umweltgifte wie Schwermetalle, Pestizide oder Luftverschmutzung können Zellschäden verursachen. Umgekehrt haben wir unsere Zellgesundheit selbst in der Hand. Regelmäßige Bewegung verbessert laut Schosserer die Mitochondrienfunktion, fördert die Zellregeneration und reduziert Entzündungen. Besonders empfehlenswert sei eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining. Positive Effekte haben zahlreichen Studien zufolge moderate Aktivitäten wie zügiges Gehen oder Radfahren. Schlaf spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, denn während des Schlafes finden wichtige Zellreparaturprozesse statt. Eine ausgewogene Ernährung versorgt die Zellen mit wichtigen Nährstoffen und liefert zahlreiche antioxidativ wirkende Stoffe. Sie können dabei helfen, aggressive Sauerstoffverbindungen, sogenannte freie Radikale, abzufangen und die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Entscheidend ist dabei die Balance: „Eine generell reduzierte Nahrungsaufnahme verlängert die Lebensspanne nahezu aller bekannten Organismen – wie sich das jedoch auf den Menschen übertragen lässt und ob Fasten diesen Prozess simulieren kann, ist unklar.“ Fest steht: Wie schnell unsere Zellen altern, ist kein unabwendbares Schicksal – wir selbst können einiges dazu tun, sie möglichst lange fit und leistungsfähig zu halten. JACQUELINE KACETL n CHECK FÜR EIN LANGES LEBEN Wir werden älter – aber wie wir altern, entscheiden wir selbst. Bewegung ist das wirksamste Medikament, das die Medizin kennt: rezeptfrei, kostenlos, ohne Beipackzettel. In „Lauf dich jung!“ zeigt der Wiener Sportchirurg ao. Univ.-Prof. Dr. Christian Gäbler, wie Sport unser biologisches Alter austrickst – und warum ein 60-Jähriger den Körper eines 45-Jährigen haben kann. Es geht nicht ums schnelle Laufen, sondern ums längere, gesündere Leben: mit einem LongevityCheck aus sieben Werten, die jeder kennen sollte. Denn der Körper altert nicht, weil wir langsamer werden – er altert, weil wir aufhören, ihn zu benutzen. Bewegung hält dich jung – ganz ohne Pillen. Erhältlich im Buchhandel, Verlag Buchverlag Edition Platin, Taschenbuch, 220 Seiten, ISBN 978-3-903538-47-4 EMPFEHLUNGdes Monats ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG 21 www.gesundundleben.at 10 / 26

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