Gesund & Leben - Oktober 2026

Seelsorge, Musik- und Hundetherapie sowie Psychologie. Ebenso wichtig ist die Vernetzung mit sozialen Einrichtungen, Hausärztinnen und Hausärzten, der Onkologie des Klinikums und nicht zuletzt den Angehörigen. MANCHES KANN GEHEILT WERDEN Betritt man die Palliativstation im Landesklinikum Scheibbs, spürt man sofort den heimeligen Charakter. Der Stützpunkt in der Mitte ist kunstvoll dekoriert; jedes der acht Zimmer hat einen eigenen Balkon mit Blick ins Grüne. Es gibt eine Dachterrasse, einen Raum der Stille und ein Wohnzimmer für die Patientinnen und Patienten und ihre Angehörigen. „Auf der Palliativstation ist die perPalliative Care ist ein Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit lebenslimitierenden und komplexen Erkrankungen und ihrer Angehörigen. Im Mittelpunkt stehen die Vorbeugung und Linderung von Schmerzen sowie die frühzeitige Erkennung und Behandlung von Schmerzen und anderen belastenden Beschwerden körperlicher, psychischer, sozialer und spiritueller Art. Palliative Care kann bereits früh im Krankheitsverlauf und ergänzend zu anderen Therapien eingesetzt werden. PALLIATIVE Care FOTOS: DANIELA FÜHRER DGKP Petra Schweighofer leitet seit 2006 die Palliativstation im Landesklinikum Scheibbs. sonelle Präsenz eine andere. Wir arbeiten interdisziplinär sehr eng zusammen“, sagt Kum-Taucher. Anders ist hier auch der Stellenwert der Angehörigen: Sie spielen eine große Rolle in der Betreuung der Patientinnen und Patienten und werden nicht nur regelmäßig in persönlichen Gesprächen informiert, sondern beispielsweise auch in die Pflege einbezogen. Doch unter welchen Voraussetzungen kommt man auf eine Palliativstation? Menschen mit lebenslimitierenden Erkrankungen und komplexen Krankheitsbildern, onkologischen und fortgeschrittenen kardiopulmonalen und neurologischen Erkrankungen können das Angebot in Anspruch nehmen. Grundsätzlich werden die Patientinnen und Patienten wie auf jeder anderen Station behandelt. Blutabnahmen oder Schmerztherapie stehen etwa auf dem Programm. Auch wenn man vorrangig Symptome lindert, können immer wieder Nebenwirkungen von Therapien oder Entzündungen behandelt und geheilt werden. Das wirkt sich positiv auf die unheilbar erkrankten Menschen aus: „Viele Patientinnen und Patienten fühlen sich geheilter, wenn sie uns verlassen, auch wenn die Grunderkrankung weiterbesteht. Sie kommen von der Ohnmacht ins Tun.“ Kum-Taucher und ihre Kolleginnen fahren auch als mobiles Team zu den Menschen nach Hause. Gemeinsam mit den diplomierten Pflegekräften besucht die Ärztin die Patientinnen und Patienten und gibt Empfehlungen ab, beispielsweise bezüglich Physiotherapie oder Infusionen. 45 www.gesundundleben.at 10 / 26 VERSORGUNG

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