33 www.gesundundleben.at 10 / 26 Primaria Dr. Zsofia Rona, PhD, Leiterin der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am Landesklinikum Baden-Mödling, Standort Mödling „Unterschätzt wird, wie viel Zeit Kinder brauchen, um am Abend überhaupt herunterzukommen.“ SCHLAF E in Baby, das nachts immer wieder aufwacht. Ein Kindergartenkind, das plötzlich schreiend im Bett sitzt. Ein Volksschüler, der tagsüber kaum stillhalten kann. Oder eine 15-Jährige, die bis spät in die Nacht in ihr Smartphone schaut und morgens kaum aus dem Bett kommt. All diese unterschiedliche Situationen haben einen gemeinsamen Nenner: schlechten Schlaf. „In der Praxis sprechen wir immer über Schlaf- und Wachprobleme“, sagt Primaria Dr. Zsofia Rona, PhD, Leiterin der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am Landesklinikum Baden-Mödling, Standort Mödling, sowie Leiterin der Arbeitsgruppe Schlafmedizin und Schlafforschung der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ). Warum ihr die Ergänzung um das Wort „Wachprobleme“ so wichtig ist? Weil schlechter Schlaf nicht mit dem Läuten des Weckers endet. „Kinder, die schlecht schlafen, sind auch tagsüber beeinträchtigt.“ Und das sieht nicht immer so aus, wie Erwachsene es erwarten würden. „Kleinere Kinder reagieren auf Müdigkeit häufig mit erhöhter Aktivität, weil sie sich dadurch selbst wachhalten“, erklärt Rona. Unruhe, Impulsivität oder Konzentrationsprobleme können daher auch Hinweise auf schlechten Schlaf sein. WIE VIEL SCHLAF BRAUCHT MEIN KIND? Wie lange ein Kind schlafen sollte, hängt vor allem vom Alter ab – und die Unterschiede sind beträchtlich. Während Neugeborene einen Großteil des Tages und der Nacht verschlafen, sinkt der Schlafbedarf im Laufe der Kindheit kontinuierlich. In den ersten drei Lebensmonaten gelten rund 14 bis 17 Stunden Schlaf innerhalb von 24 Stunden als Richtwert. Säuglinge zwischen vier und elf Monaten benötigen meist zwölf bis 15 Stunden, Ein- bis Zweijährige etwa elf bis 14 Stunden. Im Kindergartenalter sind es ungefähr zehn bis 13 Stunden, bei Schulkindern zwischen sechs und 13 Jahren neun bis elf Stunden. Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren sollten in der Regel auf acht bis zehn Stunden kommen. Diese Zahlen gelten allerdings nur als Richtwert. Manche Kinder brauchen etwas mehr, andere weniger Schlaf. Bei Babys und Kleinkindern zählt außerdem der Tagschlaf zur Gesamtschlafdauer. Entscheidend ist vorwiegend, wie es dem Kind geht: Ist es tagsüber aktiv, ausgeglichen und konzentriert oder regelmäßig übermüdet und gereizt? Doch nicht jedes nächtliche Erwachen bedeutet eine Schlafstörung, gibt Rona Entwarnung: „Bei sehr kleinen Kindern sind Ein- und Durchschlafprobleme oder Regulationsschwierigkeiten häufig noch im Normbereich. In vielen Fällen lassen sich diese durch eine gute Schlafberatung beheben.“ Die Erwartungen an das Die Empfehlungen der National Sleep Foundation geben Orientierungsbereiche für die gesamte Schlafdauer innerhalb von 24 Stunden an – bei kleinen Kindern zählt also auch der Tagschlaf dazu. n Neugeborene, 0–3 Monate: 14–17 Stunden n Säuglinge, 4–11 Monate: 12–15 Stunden n Kleinkinder, 1–2 Jahre: 11–14 Stunden n Vorschulkinder, 3–5 Jahre: 10–13 Stunden n Schulkinder, 6–13 Jahre: 9–11 Stunden n Jugendliche, 14–17 Jahre: 8–10 Stunden Wichtig: Der individuelle Schlafbedarf kann variieren. Ausschlaggebend ist deshalb nicht nur die Zahl der geschlafenen Stunden, sondern auch, ob das Kind tagsüber wach, leistungsfähig und ausgeglichen ist. Optimale SCHLAFDAUER FOTO: ISTOCK: _ROMRODINKA,: MAGNIFIC: _ALANO DESIGN
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