Gesund & Leben - Oktober 2026

40 XXX Pause im KOPF Mag. Sabine Schuster, Achtsamkeitstrainerin und Referentin für „Tut gut!“ „Unser Körper braucht nach einer Phase der Anspannung auch wieder die Möglichkeit, herunterzufahren.“ Für viele Menschen gehört Stress längst zum Alltag. Ein gewisses Maß an Anspannung ist dabei weder ungewöhnlich noch grundsätzlich schlecht. Im Gegenteil: Kurzfristiger Stress mobilisiert Energie, steigert die Aufmerksamkeit und kann die Konzentration schärfen. „Stress ist zunächst einmal ein sinnvolles und sogar lebensrettendes Notprogramm unseres Körpers“, erklärt Mag. Sabine Schuster, Achtsamkeitstrainerin und Referentin für „Tut gut!“. Problematisch werde es dann, wenn aus der vorübergehenden Alarmbereitschaft ein Dauerzustand wird: „Unser Körper braucht nach einer Phase der Anspannung auch wieder die Möglichkeit, herunterzufahren. Fehlen diese Erholungsphasen dauerhaft, kann das gesamte System aus dem Gleichgewicht geraten.“ SÄBELZAHNTIGER ODER DOCH NUR DAS SMARTPHONE? Was dabei in unserem Körper passiert, hat sich über Jahrtausende kaum verändert. Unter Druck werden Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet, Herzschlag und Atemfrequenz steigen, die Muskulatur spannt sich an. Der Organismus macht sich bereit für Flucht oder Kampf. Einst war dieser Mechanismus überlebenswichtig. Heute ist der Säbelzahntiger zwar verschwunden – dafür warten WhatsApp-Nachrichten, E-Mails, Termine und Verpflichtungen. Der entscheidende Unterschied: Die bereitgestellte Energie wird meist nicht mehr körperlich abgebaut. Wir laufen nicht davon, sondern bleiben am Schreibtisch sitzen. Gleichzeitig folgt auf einen Stressreiz häufig schon der nächste. Bleiben Pausen aus, kann die Stressreaktion chronisch werden. Schlafstörungen, Gereiztheit, Verspannungen, Konzentrationsprobleme, Appetit- oder Lustlosigkeit und Erschöpfung können erste Hinweise darauf sein, dass die Belastungsgrenze erreicht ist. Langfristig kann chronischer Stress auch körperliche und psychische Erkrankungen begünstigen. „Die gute Nachricht: Stress Der Wecker klingelt, das Handy blinkt, die To-do-Liste wächst schneller, als man Hakerl machen kann. Die ständige Beschleunigung der Arbeitsprozesse durch digitale Kommunikationswege fordert ihren Tribut. Umso wichtiger wird die Fähigkeit, zwischendurch bewusst innezuhalten, um Stress nicht zum Dauerzustand werden zu lassen. ACHTSAMKEIT

RkJQdWJsaXNoZXIy MTk5Njc=