Gesund & Leben - Oktober 2026

che Zwicken verlangt eine umfassende Diagnostik. Bestimmte Veränderungen sollte man jedoch ernst nehmen. „Wichtige Alarmsignale sind eine Blutarmut, ungewollter Gewichtsverlust, fieberhafte Zustände sowie schwarzer Stuhl oder sichtbares Blut im Stuhl“, sagt Oswald. Bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa lassen sich im Gegensatz zum Reizdarm Entzündungen nachweisen – etwa durch erhöhte Entzündungswerte im Blut und Stuhl oder Veränderungen der Schleimhaut bei einer Darmspiegelung. Beim Reizdarm fehlen solche organisch nachweisbaren Entzündungen. Das bedeutet allerdings keineswegs, dass die Beschwerden eingebildet wären. Denn Darm und Gehirn stehen in ständigem Austausch. Dass einem vor einer Prüfung „schlecht vor Aufregung“ wird oder Stress plötzlich Durchfall auslöst, ist kein Zufall. „Die Darm-Hirn-Achse ist ein äußerst wichtiger Verbindungsprozess“, erklärt Oswald. Millionen Nervenzellen durchziehen unseren Verdauungstrakt. Über den Vagusnerv gelangen zahlreiche Signale vom Darm zum Gehirn, gleichzeitig können Darmbakterien Botenstoffe produzieren, die mit unserem Nervensystem interagieren. Welche Bedeutung dieses Zusammenspiel für Stoffwechsel-, Autoimmun- oder neurologische Erkrankungen hat, wird derzeit intensiv erforscht. WAS DER DARM WIRKLICH MAG „Für eine gute Darmgesundheit und ein ausgeglichenes Mikrobiom sollte eine hohe Vielfalt an pflanzlichen und ballaststoffreichen Lebensmitteln vorhanden sein“, sagt Oswald. Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Obst und Nüsse liefern Ballaststoffe, von denen auch nützliche Darmbakterien profitieren. Dazu kommt ausreichend Flüssigkeit – für gesunde Erwachsene nennt Oswald als Orientierung bis zu zwei Liter Wasser oder ungesüßten Tee täglich. Alkohol sollte möglichst reduziert werden, ebenso stark verarbeitete Lebensmittel wie Fast Food und Fertiggerichte. Auch beim Fleisch empfiehlt der Gastroenterologe Zurückhaltung und rät zu einer mediterran geprägten Ernährung. Sein Rezept für einen gesunden Darm passt am Ende auf einen Einkaufszettel: „Regional und saisonal einkaufen, selbst kochen, weniger Fleisch, mehr Fisch und viel Gemüse und Salat.“ Denn so komplex unser Verdauungssystem auch sein mag – für seine Pflege braucht es meist keine komplizierten Regeln. MICHAELA NEUBAUER n OA Dr. Ernst Oswald, Leiter der Gastroenterologie am Universitätsklinikum Krems Bringt deinen Darm in Takt Lindert Blähungen, Durchfall und andere Reizdarm-Beschwerden. Erhältlich in deiner Apotheke und auf www.panaceo.com Österreichisches Medizinprodukt: Gebrauchsanweisung beachten. ANZEIGE www.gesundundleben.at 10 / 26 FOTOS: MAGNIFIC: _HAMIM26, _GREAT.VECTOR, BEIGESTELLT

RkJQdWJsaXNoZXIy MTk5Njc=