DER SPÄTE POLLEN-SCHRECK Was bei einer Ragweed- Allergie zu tun ist POTENZIAL NUTZEN So bereichern Vielfalt und Inklusion Niederösterreichs Kliniken LÜCKEN IM GEDÄCHTNIS Welche Demenz-Therapien jetzt Hoffnung machen HERZGESUND GENIESSEN Die besten Tipps für Ihre Herz-Kreislauf-Gesundheit Kopf Handy weg, hoch! WIE SICH HANDYNUTZUNG AUF SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER AUSWIRKT GESUND LEBEN in niederösterreich 09 / 26, 21. Jahrgang, € 2,40
Ihre Gesundheit die perfekte Kombi für Gesund bleiben Gesund werden Medizin einfach erklärt – einfach zu verstehen Neue Erkenntnisse zu Diagnose, Therapie & Nachsorge Expertentipps aus erster Hand Panzenheilkunde & Phytotherapie Zahngesundheit Tierisch gesund Tipps für die mentale Gesundheit Neue Impulse für Bewegung & Sport Gesundes Familienleben Leserinnen & Leser hautnah Nachhaltigkeit Gesunde Rezepte unsere Leserinnen und Leser verraten ihr Geheimrezept SO BLEIBEN PAARE JAHRZEHNTELANG GLÜCKLICH – beste F eund Wie LEISE LAST IN DEN BEINEN Wie Venenerkrankungen im Landes- klinikum Melk behandelt werden GESUND AUF REISEN Was gehört in die Reiseapotheke? SCHLAF GUT – ISS KLUG! Warum guter Schlaf in der Küche beginnt KUREN-, GVA- UND REHA-SPEZIAL Sich eine Auszeit nehmen zum Durchstarten und Aufatmen GESUND LEBEN05 / 26, 21. Jahrgang, € 2,40 ✁ Vorname Name Adresse PLZ Ort Telefon E-Mail BITTE SENDEN AN: ÄrzteVerlag GmbH Schlagergasse 11 1090 Wien oder per Fax: 01/96 11 000-66 oder per E-Mail: abo@gesundundleben.at Einfach mit nachstehendem Bestellschein oder unter www.gesundundleben.at Ja, ich bestelle ein 1-Jahresabo von GESUND & LEBEN und MEDIZIN POPULÄR zum Preis von € 26,– Ja, ich bestelle ein 2-Jahresabo von GESUND & LEBEN und MEDIZIN POPULÄR (20 Ausgaben) zum Preis von € 43,– Ja, bitte schicken Sie mir die kostenlosen wöchentlichen Newsletter 10 Ausgaben € 26,- ANZEIGE
3 www.gesundundleben.at 09 / 26 Die innere Uhr steuert zahlreiche Prozesse im Körper, beispielsweise den Schlaf-Wach-Rhythmus. Gerät sie aus dem Takt, kann das die Gesundheit beeinträchtigen. Forschende der MedUni Wien zeigen nun, dass die Anfälligkeit für eine solche „zirkadiane Dysbalance“ teilweise genetisch geprägt ist. Dafür analysierten sie die Daten von mehr als 312.000 Menschen und identifizierten 27 Bereiche im Erbgut, die damit in Zusammenhang stehen. Berücksichtigt wurden unter anderem Abendchronotyp, ungewöhnlich kurze oder lange Schlafdauer, Koffeinkonsum und Vitamin-D-Werte. Die Ergebnisse zeigen: Nicht ein einzelnes Gen entscheidet, sondern das Zusammenspiel zahlreicher genetischer, biologischer und verhaltensbezogener Faktoren. Der Index ermöglicht es, diese verschiedenen Dimensionen gemeinsam zu betrachten und ihre genetischen Zusammenhänge zu untersuchen. ■ LEBENSFREUDE: TIPPS & INFOS … Sekunden stirbt weltweit ein Mensch an einer chronischen Virushepatitis. Rund 287 Millionen Menschen sind betroffen, jährlich kommen fast zwei Millionen neue Fälle hinzu. Besonders Hepatitis B und C zählen zu den häufigsten Ursachen für Leberkrebs. Dabei sind Virushepatitiden vermeidbar, behandelbar und teilweise sogar heilbar. Zur Verfügung stehen zuverlässige Tests, wirksame Therapien sowie Impfungen gegen Hepatitis A und B. Viele Betroffene wissen jedoch nichts von ihrer Infektion. In Österreich ist daher ein Präventions- und Screeningprogramm zur Früherkennung geplant: Die Österreichische Gesundheitskasse bereitet dieses gemeinsam mit der Hepatitis Hilfe Österreich und der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie samt Informationskampagne vor. ■ Zahl des Monats Alle 30 ... … Vitamin E gegen chronische Entzündungen helfen könnte? Ein Team rund um den Grazer Lipidforscher Andreas Koeberle hat langkettige Vitamin-E-Metabolite unter- sucht, die gleich doppelt wirken könnten: Sie hemmen Entzündungsprozesse und unterstützen den Körper dabei, bestehende Entzündungen wieder aufzulösen. Das ist relevant, da chronische EntzünBis zu 45 Prozent des Demenzrisikos könnten laut WHO auf beeinflussbare Faktoren zurückzuführen sein. Regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung und ein aktives Sozialleben spielen dabei eine wichtige Rolle. Auch geistige Aktivitäten wie Lesen, Gehirntraining sowie Brett- und Kartenspiele werden empfohlen. Neue Erkenntnisse zeigen zudem, dass Hörgeräte bei Hörverlust kognitiven Beeinträchtigungen vorbeugen können. Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, Schlafstörungen und Depressionen sollten konsequent behandelt werden. Rauchen und Alkohol erhöhen hingegen das Risiko. Von Vitaminpräparaten oder Omega-3Kapseln zur Demenzprävention rät die WHO ohne nachgewiesenen Mangel ab. Weltweit leben rund 57 Millionen Menschen mit Demenz. ■ ■ GESUNDHEITSTIPP DES MONATS dungen unter anderem mit Arteriosklerose, Herzinsuffizienz und Insulinresistenz in Verbindung stehen. In ersten Untersuchungen reduzierten die Vitamin-EAbbauprodukte entzündliche Immunzellen und regten zugleich Makrophagen – die „Aufräumzellen“ des Körpers – dazu an, abgestorbene Zellen effizienter zu beseitigen. Bis daraus eine Therapie entstehen könnte, sind allerdings weitere Studien notwendig. n Gene prägen die innere Uhr FOTOS: ISTOCK: _ DMYTRO SHTOLKO, _GORODENKROFF, _PONYWANG, _; MAGNIFIC: _ RUDZHAN Gesunder Lebensstil schützt vor Demenz WUSSTEN SIE, DASS ... E n n
4 28 K inderwunsch ohne Ablaufdatum? Wie schnell die biologische Uhr wirklich tickt 32 W as die Haut jung hält So sinnvoll sind Anti-Aging-Wirkstoffe in der Hautpflege 36 Schwer unterschätzt Warum Adipositas-Betroffene möglichst früh Unterstützung suchen sollten 40 D er späte Pollen-Schreck Wenn im September die Nase rinnt, steckt oft Ragweed dahinter Handy weg, Kopf hoch! 6 Jeden Donnerstag die besten Gesundheits- tipps auf Ihrem Computer, Ihrem Laptop oder auf Ihrem Handy erhalten! WOCHE FÜR WOCHE MEHR GESUNDHEIT! Der GESUND & LEBENNewsletter ist da! Melden Sie sich jetzt an unter www.gesundundleben.at/newsletter oder scannen Sie den QR-Code. Die nächste Ausgabe von GESUND & LEBEN erscheint am 01.10.2026. Herzgesund genießen 12 Lücken im Gedächtnis 20 ■ LEBENSFREUDE 03 Tipps & Infos 06 H andy weg, Kopf hoch! Wie sich die ständige Handynutzung auf Kinder und Jugendliche auswirkt 12 Herzgesund genießen Mit richtiger Ernährung die Herz-Kreislauf-Gesundheit fördern 18 F orschen von klein auf Aha-Momente im Kindergartenalltag ■ LEBENSKRAFT 20 L ücken im Gedächtnis Warum neue Alzheimer-Therapien Anlass zur Hoffnung geben 24 G renzen existieren nur im Kopf Ultracyclerin Elena Roch über mentale Stärke und große Träume 26 S tille Gefahr im Bauch Ein Bauchaortenaneurysma wächst meist über Jahre unbemerkt, kann jedoch lebensgefährlich werden
www.gesundundleben.at 07 & 08 / 26 5 LIEBE LESERINNEN UND LESER! Gesundheitspolitik zeigt ihren Wert im Leben der Menschen: wenn eine Familie nach einer Diagnose nicht alleinbleibt, chronisch Erkrankte auch zu Hause Sicherheit spüren oder eine rechtzeitige Untersuchung Schlimmeres verhindert. Genau dort wollen wir in Niederösterreich ansetzen – frühzeitig, wohnortnah und persönlich. Derzeit leben in unserem Bundesland rund 22.000 Menschen mit Demenz. Diese Zahl wird sich laut Statistiken bis 2050 verdoppeln. Das Demenz-Service NÖ bietet Betroffenen und ihren Familien kostenlose Beratung und verlässliche Orientierung. Allein heuer wurden bereits mehr als 700 Einzelberatungen durchgeführt. Unter 0800 700 300 finden Ratsuchende ein offenes Ohr und kompetente Hilfe. Denn Demenz darf kein Tabuthema sein. Anlässlich des Welt-Alzheimertages am 21. September erfahren Sie in dieser Ausgabe von GESUND & LEBEN ab Seite 20 noch mehr zum Thema. Auch für ein starkes Herz zählt rechtzeitiges Handeln. Anlässlich des Weltherztages am 29. September widmet sich diese Ausgabe deshalb gleich mehreren wichtigen Aspekten der Herzgesundheit. Sie erfahren, wie eng Adipositas und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenhängen und wie eine herzgesunde Ernährung im Alltag gelingen kann. Gleichzeitig stärken wir in Niederösterreich die Versorgung von Menschen, die bereits an chronischer Herzschwäche leiden. Mit HerzMobil NÖ bringen wir moderne Betreuung direkt zu ihnen nach Hause. Die Patientinnen und Patienten übermitteln täglich Gewicht und Blutdruck an ihr Behandlungsteam. So können gesundheitliche Veränderungen früh erkannt und weitere Spitalsaufenthalte möglichst vermieden werden. Gestartet ist das Programm am Universitätsklinikum Wiener Neustadt; langfristig sollen jährlich bis zu 2.000 Menschen davon profitieren. Vorsorge bedeutet auch, Gefahren zu entdecken, bevor sie Beschwerden verursachen. Deshalb besteht von 21. bis 25. September die Möglichkeit zu einer kostenlosen Ultraschalluntersuchung der Bauchschlagader – unter anderem am Landesklinikum Horn und am Universitätsklinikum St. Pölten. Die Untersuchung ist schmerzlos, dauert nur wenige Minuten und kann Leben retten. Denn Hilfe darf nicht erst beginnen, wenn eine Krise eintritt. Wir wollen Wissen stärken, Vorsorge erleichtern und moderne Medizin in den Alltag bringen. WAS WIRKLICH ZÄHLT EDITORIAL Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptfrau ■ LEBENSNAH 42 T ipps & Infos 43 P ost an Kliniken und Pflegezentren Danke sagen 44 W enn Mann nicht kann Erektionsstörungen sind oft ein Tabuthema, können aber Warnsignal für einige Erkrankungen sein 46 Potenzial nutzen Wie Vielfalt und Inklusion den Arbeitsalltag bereichern 48 D er smarte Kopf der Cobra Bernhard Treibenreif, Chef der Spezialeinheit Cobra, im Interview 50 D as große GESUND & LEBEN-Rätsel Jetzt miträtseln und gewinnen! FOTOS: ISTOCK_SERHIIBOBYK; UNSPLASH; FREEPIC: _STUDIO4, _KATE3155; BARBARA NIDETZKY ; MARKUS HINTZEN 28 Kinderwunsch ohne Ablaufdatum? 09 / 26 Stille Gefahr im Bauch 26
6 rei Wochen ohne Smartphone: Das ORF-Handyexperiment hat im Frühjahr große Wellen geschlagen. 72.000 Schülerinnen und Schüler aus rund 600 Schulen haben sich für das Experiment angemeldet. Nicht nur in Österreich, auch in Deutschland, der Schweiz und Südtirol wollten Jugendliche freiwillig auf ihr Smartphone verzichten. Von der „Bild“-Zeitung bis hin zur „New York Times“ wurde über die Initiative berichtet. GESUND & LEBEN war zu Gast im BORG St. Pölten. Von den rund 900 Schülerinnen und Schülern haben etwa 90 am Experiment teilgenommen. Was hat der Handy- und Social-MediaVerzicht mit ihnen gemacht? Einige Jugendliche D erzählen, dass sie nun mehr am Familienalltag teilnehmen und mehr mit ihren Eltern sprechen. Viele nehmen ihr Umfeld besser wahr, da sie etwa im Bus aus dem Fenster schauen und nicht aufs Handy. Sie haben mehr Freizeit, sind entspannter, können besser ein- und durchschlafen. Auch die Schulaufgaben gehen ohne Ablenkung schneller von der Hand. Einige Kinder wurden sogar kreativ: Da sich zwei Freundinnen untertags keine Nachrichten mehr schreiben konnten, haben sie in der Früh eine Schachtel mit handgeschriebenen Nachrichten ausgetauscht, die sie zu einer jeweils vorgegebenen Zeit öffnen durften. Ein Bursch hat das Musikhören am Handy vermisst. Von seiner Oma hat er einen MP3-Player bekommen. Auch ein Busticket kann man ausdrucken, statt am Zu Schulbeginn bekommen viele Schülerinnen und Schüler ein Smartphone, um ständig erreichbar zu sein. Ist das wirklich notwendig? Wie wirkt sich ständige Handynutzung auf Kinder und Jugendliche aus? Ist es sinnvoll, Smartphones ganz zu verbieten? Und wie lautet der richtige Zugang zur digitalen Welt? KOPF HOCH! HANDY WEG, SOCIAL MEDIA Mag. Flora GlanningerStadler, MA und Lion Böhm, BA, Bed unterrichten am BORG St. Pölten. Sie haben im Frühjahr am ORFHandyexperiment teilgenommen und plädieren für einen bewussten und sorgsamen Umgang mit dem Smartphone.
7 www.gesundundleben.at 09 / 26 FOTOS: BARBARA NIDETZKY, BEIGESTELLT Handy herzuzeigen. Viele Probleme, die aufgetaucht sind, ließen sich lösen. Als Nachteil empfanden einige Schülerinnen und Schüler, dass sie die Vokabel-App und den digitalen Stundenplan nicht nutzen konnten. Das funktioniert zwar am Computer, aber nicht schnell nebenbei am Smartphone. BEWUSST UND REFLEKTIERT Auch einige Pädagoginnen und Pädagogen haben freiwillig auf ihr Smartphone verzichtet. Vielfach sind Probleme aufgetreten, die es vor kurzer Zeit noch gar nicht gab: Man konnte nicht schnell sein Handy zücken, um zu zahlen, konnte nicht auf den Gehaltszettel schauen, auch nicht ins digitale Mitteilungsheft. Von vielen Infos war man abgeschnitten, berichten Mag. Flora Glanninger-Stadler, MA und Lion Böhm: „Man hat deutlich gesehen: Wo macht mir das Smartphone das Leben leichter und wo kann ich drauf verzichten?“ Pauschal verurteilen wollen beide das Handy nicht, sondern es gehe um einen bewussten und reflektierten Zugang. Auch bei der Handynutzung gilt: Freud und Leid liegen nah beieinander. Die positiven Effekte, die der Handyverzicht Lesen, stricken, wandern: Bei einem Workshop zeigen die Schülerinnen und Schüler, welche Tätigkeiten sie während der handyfreien Zeit wieder entdeckt haben. XXX gebracht hat, sind auch wissenschaftlich messbar. Ein Psychologe vom Anton-Proksch-Institut hat das ORF-Handyexperiment begleitet. Er hat zehntausende Fragebögen ausgewertet und zeichnet ein ernüchterndes Bild davon, was ein übermäßiger Smartphone-Gebrauch mit jungen Menschen machen kann. Während des Experiments hatten die Jugendlichen weniger psychische Probleme, weniger Schlafstörungen und ihr Wohlbefinden stieg. VERANTWORTUNGSVOLL Mag. Sabine Prenner, BSc, und Inge Eder, MA, MA, aus dem „Tut gut!“-Bildungsteam haben mit den Schülerinnen und Schülern des BORG St. Pölten während des Experiments einen Workshop gestaltet. Statt Bildschirmzeit haben die Teenies ganz „normale“ Dinge mit Familie, Freundinnen und Freunden erlebt. Denn abseits vom ständigen Blick aufs Smartphone kann Freizeit ganz schön vielfältig sein: Sport, lesen, Gitarre üben, singen, tanzen, stricken, spazieren und vieles mehr. Das haben die Kinder auf einem Plakat festgehalten. Inge Eder will Smartphones und soziale Medien nicht per se verurteilen: „Sie Inge Eder, MA, MA, Programmleiterin „Gesunde Schule“ bei „Tut gut!“ Freiwillig handyfrei: Schülerinnen und Schüler des BORG St. Pölten gestalten einen Workshop zum Thema Stärken und Eigenwirksamkeit mit.
8 gehören heute ganz selbstverständlich zum Alltag von uns allen. Richtig eingesetzt können digitale Medien in vielen Lebensbereichen hilfreich sein. Gleichzeitig ist es wichtig, auch die möglichen Auswirkungen auf die Gesundheit im Blick zu behalten.“ Im Unterricht sowie in Projekten und Workshops können Kinder und Jugendliche lernen, ihre Bildschirmzeit bewusst zu gestalten, digitale Inhalte kritisch zu hinterfragen und einen verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Medien zu entwickeln. DIGITALE BILDUNGSLÜCKE Das ist auch Mag. (FH) Andrea Buhl-Aigner ein Anliegen. Nach vielen Jahren im Online-Marketing und in der Website- und App-Entwicklung ist sie quasi übergelaufen, um die „digitale Bildungslücke“ zu schließen und Eltern und Lehrkräfte beim bewussten Umgang mit smarten Geräten zu unterstützen. Sie spricht regelmäßig auf pädagogischen Fachtagungen, in Schulklassen und auf Elternabenden und hat einen Podcast zum Thema (www.smartphone-sprechstunde.at). Wie sieht sie den derzeitigen Gebrauch der Geräte? „Viele Funktionen bereichern und erleichtern uns das Leben. Es sind tolle Geräte, die viele Features bieten. Aber überall sehe ich nach unten gerichtete Gesichter, die auf Bildschirme starren. Der Griff zum Handy erfolgt wie automatisch, in jeder Situation. Das ist kein Zufall. Schlaues Produktdesign und gezielter Soziale Medien: Chancen & Risiken CHANCEN: n Weltweite Vernetzung: Einfacher Kontakt zu Freundinnen, Freunden, Familie und Gleichgesinnten – unabhängig von Distanzen. n Information: Schneller Zugriff auf Nachrichten, Bildungsinhalte und vielfältige Meinungen. n Gemeinschaft und Support: Plattformen stiften Zugehörigkeitsgefühl und bieten Raum für Austausch zu speziellen Interessen. n Sichtbarkeit und Kreativität: Einfache Möglichkeiten zur eigenen Entfaltung, für Job-Chancen oder zur Präsentation des eigenen Unternehmens. RISIKEN: n Körperliche Folgen: Zu viel Bildschirmzeit raubt oft den Schlaf und führt zu Erschöpfung. n Ablenkung: Daueralarm und neue Nachrichten stören die Konzentration beim Lernen oder Arbeiten. n Mentale Belastung: Der ständige Vergleich mit „perfekten“ Leben kann zu Unzufriedenheit, unrealistischen Körperbildern und Depressionen führen. n Suchtpotenzial: Algorithmen sind darauf ausgelegt, die Aufmerksamkeit zu binden. Übermäßiger Konsum raubt Zeit und kann zur echten Abhängigkeit werden. n Cybermobbing und Hass: Anonymität im Netz senkt die Hemmschwelle, was zu Beleidigungen, Ausgrenzung oder gefährlichen Online-Trends führen kann. n Datenschutz und Falschinformationen: Die Preisgabe sensibler Daten ist riskant, zudem verbreiten sich Fake News oft schneller als die Wahrheit. Einsatz von bestimmten Mechanismen fördern das – und das finde ich bedenklich.“ Dass vor allem soziale Netzwerke das Potenzial zu einem Suchtverhalten haben, ist kein Zufall. Denn sie sind darauf ausgelegt, die Ausschüttung von Dopamin im Gehirn anzuregen. Dopamin ist ein Botenstoff im Gehirn, der mit Belohnung und Motivation verbunden ist. Jedes Mal, wenn eine Nutzerin oder ein Nutzer beispielsweise einen neuen Beitrag entdeckt, wird Dopamin freigeMag. (FH) Andrea Buhl-Aigner, www.smartphonecoach.org, www.smartphone-sprechstunde.at „Das Gehirn ist einer irrsinnigen Menge an Reizen ausgesetzt. Und genau diese Reizüberflutung geht auf Kosten der Denkleistung. “ Andrea Buhl-Aigner HANDYFREIE SCHULE VOM DAUER- KONFLIKT ZUR GELEBTEN REGEL. Handys im Klassenzimmer: Für viele Schulen ein täglicher Kampf zwischen Kontrolle und Kapitulation. Andrea BuhlAigner begleitet zwei Schulleiterinnen am Weg zur handyfreien Schule bis zur zwölften Stufe. Lehrkräfte, Eltern, Schülerinnen und Schüler kommen selbst zu Wort und zeichnen ein ehrliches Bild: Was funktioniert, was scheitert, und warum Verbote allein nicht reichen. Mit insgesamt 17 praxiserprobten Vorlagen liefert das Buch nicht nur Ideen, sondern unmittelbar einsetzbares Handwerkszeug für den eigenen Schulstandort. ISBN: 978-3-991928225 n BUCHTIPP Vom Dauerkonflikt zur gelebten Regel Andrea Buhl-Aigner HANDY FREIE SCHULE „Das Ziel ist nicht, das Handy wegzunehmen – wir wollen Konzentration, Aufmerksamkeit und Lernen ohne Ablenkung zurückgeben. Ich möchte allen herzlich Mut machen, dass sie sich trauen, sich mit solchen Regeln unbeliebt zu machen!“ Sabine Puchinger, Schulleiterin und Schulentwicklerin „Wir unterschätzen, wie stark die Auswirkungen auf die Köpfe und Herzen unserer Kinder sind. Wir stehen auf der Seite der Schüler:innen, wenn wir das tun. Das werden sie sicher merken, aber wahrscheinlich erst später.“ Hemma Poledna, Schulleiterin „Das Handy ist das letztbeste Gerät für eine Recherche im Unterricht.“ Theresia Frass-Knierzinger, Lehrerin und Qualitäts-Schulkoordinatorin „Wir haben ein Jahr lang überlegt, für die Schüler:innen war es in einer Woche Normalität.“ Christoph Eisenköbl, Mathematiklehrer inklusive erprobter Vorlagen zum sofortigen Einsatz — 17x Andrea Buhl-Aigner HANDYFREIE SCHULE Ein methodischer Leitfaden für Lehrer:innen, Schulleiter:innen und Schulentwickler:innen – und für alle, die Schulen beraten und begleiten. Andrea Buhl-Aigner begleitet Schulen bei der Handy-Regulierung und qualifiziert pädagogische Fachkräfte im Umgang mit digitalen Medien.
www.gesundundleben.at 09 / 26 FOTOS: ISTOCK_IRINA_STRELNIKOVA, _SUDOWOODO; BEIGESTELLT OHNE UNS GEHT’S NICHT. Wir Ärztinnen und Ärzte betreuen täglich hunderttausende Menschen. Wir erleben jeden Tag, worauf es in der medizinischen Versorgung und in der Gesundheitspolitik ankommt. Dieses Wissen und Ihr Vertrauen machen eine gute Behandlung möglich. WIR ÄRZTINNEN. WIR ÄRZTE. IMMER AN IHRER SEITE. ANZEIGE Die Bundesregierung hat sich auf ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige geeinigt. Ab 2027 soll es in Kraft treten. Damit wird der Zugang zu Plattformen, die auf Suchtmechanismen basieren, für Kinder beschränkt. Betroffen sind unter anderem TikTok, Instagram, YouTube und Snapchat, nicht aber Messengerdienste wie WhatsApp. Durch Anpassungen im Audiovisuellen Mediendienste-Gesetz (AMD-G) wird festgelegt, dass Nutzerinnen und Nutzer ihr Alter für diese Plattformen nachweisen müssen. Zu den suchtfördernden und gefährdenden Funktionen gehören Empfehlungsalgorithmen mit überwiegend Inhalten von Fremden, Mechanismen wie endloses Scrollen und automatische Wiedergabe. Auch Belohnungssysteme für kontinuierliche Nutzung und Push-Nachrichten bei Nichtnutzung sowie die unerwünschte Kontaktaufnahme durch fremde Konten zählen dazu. Die Plattformen haben jedoch weiterhin die Möglichkeit, kindgerechte Bereiche anzubieten. Der verpflichtende Altersnachweis wird auch für Pornoseiten gelten. Das Gesetzesvorhaben setzt bei der Verantwortung der Konzerne an. Werden die Verpflichtungen nicht eingehalten, drohen Sanktionen mit Geldstrafen in Höhe von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. n unter 14 Social-Media-Verbot setzt, was ein kurzfristiges Gefühl der Befriedigung auslöst. Doch Dopamin macht nicht nur fröhlich, sondern verursacht auch Schwierigkeiten beim Schlafen und bei der Konzentration. REIZÜBERFLUTET Viele Kinder sind täglich stundenlang am Handy. Jede kleine Wartezeit wird mit Medienkonsum gefüllt – an der Bushaltestelle, in den Unterrichtspausen oder am Klo. „Das Gehirn ist einer irrsinnigen Menge an Reizen ausgesetzt. Und genau diese Reizüberflutung geht auf Kosten der Denkleistung“, erzählt Buhl-Aigner. „Die Algorithmen von insbesondere TikTok und Snapchat haben starke Mechanismen entwickelt, die ganz tief in uns Menschen verankerte Dinge ansprechen, etwa die Endlos-Feeds: Wir möchten nicht aufhören, weil wir sehen, dass es da noch etwas gibt. Und dieses Gesamtpaket wird dann auf ein junges Gehirn angewendet.“ Speziell in der Pubertät seien Menschen anfällig für ein derartiges Suchtverhalten, aber auch für andere schädliche Auswüchse der Online-Welt wie Mobbing. „Da braucht es viel mehr Aufklärung und Unterstützung“, sagt sie. Gerade die Pubertät sei eine heikle Zeit in der Persönlichkeitsentwicklung, da passiere viel im Gehirn. Der Wunsch nach Anerkennung durch Likes oder Follower kann das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein beeinträchtigen und Stress auslösen. Hinzu kommen Risiken wie Cybermobbing, Ausgrenzung oder die Angst, etwas zu verpassen. Soziale Medien werden auch häufig dazu genutzt, um negativen Gefühlen zu entkommen. Gleichzeitig können psychische Belastungen wie depressive Verstimmungen oder eine geringe Lebenszufriedenheit sowohl Ursache als auch Folge eines problematischen Medienkonsums sein. Je jünger, desto wehrloser sind Kinder. KINDERLEICHT Smarte Geräte sind kinderleicht zu verwenden. Schon kleine Kinder lernen in ein paar Minuten, wie man wischt und tippt. Die Geräte sind jedoch für Erwachsene gebaut, sie sind nicht sicher für Kinder. Dasselbe gilt fürs Internet: „Das Internet ist eine Welt für Erwachsene und wir geben Kindern unreguliert Zugang“, warnt Smartphonecoach Andrea Buhl-Aigner. „Dort lauern alle Themen und Gefahren, die es in der realen Welt auch gibt. Es gibt einige Ecken, die auch für Kinder und Jugendliche okay sind. Das Internet ist aber grundsätzlich kein sicherer Spielplatz.“ Denn Kinder und Jugendliche, die unbegleitet online sind, bewegen sich in einer Welt, in der sie potenziell jederzeit mit fremden Erwachsenen, Gewalt, Porno, Hassmeldungen, Fake News und vielem mehr in Kontakt kommen können. Dem SocialMedia-Verbot ab 14 Jahren kann sie daher viel abgewinnen: „Derartige Verbote sind sinnvoll, denn es geht darum, Schaden abzuwenden und Jugendliche zu schützen.“ Das Social-Media-Verbot werde nicht alle Probleme lösen, sagt sie, aber es ist ein großer erster Schritt (siehe Infokasten unten). SOCIAL MEDIA
10 SOCIAL MEDIA FOTOS: ISTOCK_ALEKSEI NAUMOV, BARBARA NIDETZKY DAS ERSTE SMARTPHONE Was ist das richtige Alter für das erste Smartphone? Viele Kinder bekommen bereits in der Volksschule eins, um ständig erreichbar zu sein. Davon rät die Expertin ab: „Wenn es um Erreichbarkeit in Notfällen geht, dann reicht ein nicht-smartes Tastenhandy. Wenn es um Spiele geht, dann kaufen Sie Spielzeug. Warten Sie mit dem ersten eigenen Smartphone, solange Sie können.“ Ein FamilienSmartphone, das gemeinsam im Wohnzimmer genutzt wird, ist ein Zwischenschritt, der dem Kind digitalen Kontakt zu Freunden ermöglicht. Dasselbe gilt auch für die Smartwatch. Smarte Geräte am Handgelenk bewirken eine frühe technische Prägung und Eltern gewöhnen sich an die Überwachungsmechanismen. Eltern tracken ihre Kinder mehr als notwendig, weiß sie. „Durch die ständige Erreichbarkeit nimmt man den Kindern die Möglichkeit, selbständig und eigenverantwortlich zu handeln. Man sollte unvorhergesehene Situationen durchspielen: Was tust du, wenn du eine Stunde früher aus hast? Was tust du, wenn der Bus nicht kommt? Was tust du, wenn der Hausschlüssel nicht sperrt? Kinder müssen lernen, Herausforderungen selber zu bewältigen. Und in der Schule brauchen sie ohnehin kein Handy – es ist ein Ort, an dem verantwortungsvolle Personen anwesend sind.“ POSITIVE SEITEN NUTZEN „Bildschirmfrei bis drei“, also gar keine Bildschirmzeit bis zum Alter von drei Jahren, sei die Devise, sagt Andrea Buhl-Aigner. „Und bis zum Alter von neun Jahren nur kurze Zeiten, rund eine halbe Stunde pro Tag. Bei Kindern älter als neun Jahre bis zu eine Stunde pro Tag.“ Das bedeutet nicht, dass Kinder fixe Bildschirmzeiten brauchen. „Sie DasInternet sicher nutzen Roblox, Snapchat, TikTok: Bei den vielen Plattformen und Netzwerken, die Kinder und Jugendliche nutzen, ist es schwer, den Überblick zu behalten. Saferinternet gibt Tipps und Infos zur Nutzung und vieles mehr. Saferinternet.at ist die österreichische Initiative für sicheren, kompetenten und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien. Sie richtet sich vor allem an Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrkräfte, um über Themen wie Cyber-Mobbing, Datenschutz, künstliche Intelligenz und Jugendschutz aufzuklären. www.saferinternet.at können sich auch gegen ein Smartphone entscheiden.“ Für Eltern, die ihre Kinder smarte Handys nutzen lassen, schlägt sie vor, sich mit der Handynutzung ihrer Kinder auseinanderzusetzen. „Versuchen Sie sich dafür zu interessieren, was Ihr Kind am Handy macht“, so Buhl-Aigner. Eltern haben auch im Internet eine Aufsichtspflicht und Kinder und Jugendliche brauchen Begleitung. „Sprechen Sie mit Ihren Kindern über digitale Medien, sehen Sie sich Apps und Spiele an, die Ihre Kinder nutzen. Probieren Sie gemeinsam witzige oder schlaue Apps aus oder spielen Sie ein Familienturnier an der Spielkonsole. Sie werden gemeinsam viel Lustiges und Spannendes entdecken.“ Außerdem sei die Vorbildwirkung entscheidend: Nutzen Eltern das Handy ständig und haben den digitalen Dauerblick, werden Kinder beginnen, dieses Verhalten zu imitieren. Also Handy weg und Kopf hoch! KARIN SCHRAMMEL n Umfrage im BORG St. Pölten: Was tut den Schülerinnen und Schülern gut, um sich gesund und wohlzufühlen? Das Smartphone haben sie nicht genannt. PODCAST „DAS SPRECHZIMMER G1.3“ Kinder und Tablets: Balance finden – digitale Medien zwischen Entlastung und Verantwortung. Darüber informiert Prim. Clin. Ass. Prof. Dr. Cécile Dau, MBA, Leiterin der Klinischen Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am Universitätsklinikum Tulln, im Podcast „Das Sprechzimmer G1.3“, Episode 58. Sie spricht über das topaktuelle Thema „Bildschirmzeit bei Kindern“: Was zählt alles zur Bildschirmzeit? Wie viel ist zu viel? Ab wann ist sie problematisch? Und wer kann bei Suchtverhalten helfen? Der Podcast ist zu finden auf gängigen StreamingPlattformen wie Spotify, RTL plus, Apple Podcasts, Amazon Music, Deezer, Youtube Music oder online unter www.landesgesundheitsagentur.at/ service/podcast
ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG• FOTOS: RK NÖ / M. HECHENBERGER Freude am Leben, Unabhängigkeit und eine verlässliche Unterstützung – das wünschen sich viele Seniorinnen und Senioren. Das Rote Kreuz Niederösterreich ist ein starker Partner an Ihrer Seite und bietet eine Vielzahl an Hilfs- und Betreuungsangeboten, damit Sie Ihr Leben so gestalten können, wie Sie es möchten. INDIVIDUELLE UNTERSTÜTZUNG FÜR DEN ALLTAG Ob praktische Hilfestellungen wie Rufhilfe oder Pflegebettenverleih oder Besuchs- und Begleitdienste – das Angebot des Roten Kreuzes ist vielseitig. Auch „Zuhause Essen“, Seniorentreffs oder betreute Reisen ermöglichen ein aktives und erfülltes Leben. Im persönlichen Beratungsgespräch wird gemeinsam ermittelt, welche Angebote oder Hilfsmittel Ihnen den Alltag erleichtern können. Ziel ist es, Ihr Zuhause so lange wie möglich zu Ihrem Lebensmittelpunkt zu machen und Ihre Selbstständigkeit zu erhalten. MEHR SICHERHEIT – OHNE AUF FREIHEIT ZU VERZICHTEN Mit den Rufhilfesystemen des Roten Kreuzes sind Sie jederzeit auf der sicheren Seite – ob daheim oder unterwegs. Ein Knopfdruck genügt, und im Notfall wird sofort Hilfe verständigt. Eine wertvolle Ergänzung ist die Rotkreuz-Dose: Sie wird gut sichtbar im Kühlschrank aufbewahrt und enthält wichtige Informationen zu Ihren Medikamenten und Erkrankungen. Im Notfall ermöglicht sie den Rettungskräften einen schnellen Überblick, damit Sie optimal versorgt werden können. Aber auch der „Geht es Dir gut“-Anruf bietet Sicherheit für Sie und Ihre Angehörigen. DAS ROTE KREUZ – IHR VERLÄSSLICHER BEGLEITER Egal, ob Sie eine kleine Unterstützung im Alltag benötigen oder eine umfassendere Betreuung wünschen – das Rote Kreuz Niederösterreich steht Ihnen zur Seite. Damit Sie Ihr Leben weiterhin selbstbestimmt und mit Freude genießen können. FÜR EIN SELBSTBESTIMMTES LEBEN Mehr dazu unter: www.roteskreuz.at/noe/ pflege-betreuung oder unter Tel.: 059 144 + Ihre PLZ Das Rote Kreuz bietet Sicherheit, Gemeinschaft und Abwechslung vom Alltag. Tanz durchs Leben mit Sicherheit. MIT DER RUFHILFE UHR VOM ROTEN KREUZ. rufhilfe.at | info@rufhilfe.at | 0820 820 144 Das Zustellservice vom Roten Kreuz ZU HAUSE ESSEN UM DEN GENUSS MEHR u 059 144 82 00 + IHRE PLZ WWW.RUFHILFE.AT GL0525_PR.indd 5 02.06.25 15:41 Das Zustellservice vom Roten Kreuz ZU HAUSE ESSEN UM DEN GENUSS MEHR u059 144 82 00 + IHRE PLZ Tanz durchs Leben mit Sicherheit. MIT DER RUFHILFE UHR VOM ROTEN KREUZ. rufhilfe.at | info@rufhilfe.at | 0820 820 144 WWW.RUFHILFE.AT
12 GENIESSEN Herzhaft Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor die häufigste Todesursache in Österreich. Meist steckt dahinter nicht ein einzelner Auslöser, sondern ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Alter, Geschlecht und genetische Veranlagung lassen sich nicht verändern. Bei Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten, Typ2-Diabetes, Bewegungsmangel und Rauchen gibt es hingegen Handlungsspielraum. Und der ist größer, als viele vermuten: „Durch einen entsprechenden Lebensstil lassen sich bis zu 80 Prozent aller Herzinfarkte und Schlaganfälle verhindern“, sagt Mag. Dr. Katharina Garzon, Ernährungsexpertin und Beraterin des Programms „Vorsorge Aktiv“ von „Tut gut!“. Das Programm begleitet Menschen dabei, gesundheitliche Risiken nicht nur zu erkennen, sondern ihr Verhalten langfristig zu verändern. Die drei Säulen Ernährung, Bewegung und mentale Gesundheit werden dabei praxisnah miteinander verknüpft. Denn zu wissen, was in der Theorie gesund wäre, ist nur der erste Schritt. Entscheidend ist, wie sich dieses Wissen in einem vollen Alltag tatsächlich umsetzen lässt. KLEINE SCHRITTE MACHEN DEN UNTERSCHIED Bei herzgesunder Ernährung denken viele zunächst an Verzicht. Tatsächlich geht es jedoch vor allem darum, öfter zu jenen Lebensmitteln zu greifen, die das Herz-Kreislauf-System schützen. Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und mehrfach ungesättigte Fettsäuren können einen nachgewiesenen Beitrag zur Herzgesundheit leisten. Ballaststoffe sind unverdauliche Bestandteile pflanzlicher Lebensmittel. Im Dickdarm dienen sie den dort lebenden Bakterien als Nahrung und unterstützen damit ein vielfältiges Mikrobiom. Zugleich wirken sie regulierend auf den Blutzucker. Indem sie Gallensäuren binden und deren Ausscheidung fördern, können sie außerdem zur Senkung des LDL-Cholesterins beitragen. „Mit jeweils sieben Gramm Ballaststoffen zusätzlich pro Tag kann das Risiko für koronare Herzkrankheit, Schlaganfall und Typ-2-Diabetes um bis zu neun Prozent sinken“, so Garzon. Gute Quellen sind Vollkorngetreide, Gemüse, Obst, Nüsse, Samen und vor allem Hülsenfrüchte. Bohnen, Linsen, Erbsen und Kichererbsen liefern neben Ballaststoffen auch pflanzliches Eiweiß und lassen sich vielseitig verwenden, zum Beispiel in Salaten, Suppen, Eintöpfen, Aufstrichen oder als Beilage. Der Umstieg muss nicht von heute auf morgen erfolgen. Schon Vollkornnudeln statt heller Pasta, Linsen in der Bolognese oder Haferflocken im Frühstück erhöhen die tägliche Ballaststoffzufuhr. JE BUNTER, DESTO BESSER Auch sekundäre Pflanzenstoffe haben eine wichtige Funktion. Pflanzen bilden sie unter anderem als Schutz-, Farb-, Duft- und Geschmacksstoffe. Im menschlichen Körper können einige dieser Substanzen entzündungshemmend und blutdruckregulierend wirken. Enthalten sind sie insbesondere in Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten. Die einfache Empfehlung lautet daher: bunt essen. Verschiedene Farben stehen für unterschiedliche Pflanzenstoffe. Paradeiser und rote Beeren, orange Karotten, grüner Brokkoli, violette Melanzani oder blaue Trauben bringen nicht nur Abwechslung, sondern auch ein breites Spektrum an schützenden Inhaltsstoffen auf den Teller. „Je vielfältiger wir diese Lebensmittel in den Was wir täglich essen, hat großen Einfluss auf die Gesundheit unseres Herzens. Doch wie lassen sich herzgesunde Gewohnheiten ohne großen Aufwand in den Alltag integrieren?
13 www.gesundundleben.at 09 / 26 GENUSS FOTOS: MAGNIFIC: _PROSTOCK-STUDIO, _TOPVECTOR „Vorsorge Aktiv“ ist ein Programm von „Tut gut!“ für Erwachsene mit einem erhöhten Risiko für Herz-KreislaufErkrankungen, die ihren Lebensstil langfristig verändern möchten. Ein fachliches Team begleitet die Teilnehmenden in einer Gruppe bestehend aus acht bis 15 Personen. Die Gruppe trifft sich einmal pro Woche. Mit „Vorsorge Aktiv“ können Sie Ihren Lebensstil positiv verändern: n 24 Einheiten pro Bereich: Bewegung, Ernährung und mentale Gesundheit n intensive Betreuung bis zu neun Monate n direkt in Ihrer Gemeinde n wöchentliche Termine in der Gruppe n Teilnahmekosten: 99 Euro für den gesamten Kurs Informationen: www.noetutgut.at/vorsorge-aktiv Vorsorge AKTIV Mag. Dr. Katharina Garzon, Ernährungsexpertin bei „Tut gut!“ Speiseplan integrieren, desto mehr dieser Stoffe stehen unserem Körper zur Verfügung“, betont Garzon. Eine weitere Schlüsselrolle spielen hochwertige Fette. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren, insbesondere Omega-3Fettsäuren wie EPA und DHA können das Risiko für koronare Herzerkrankungen senken. EPA und DHA finden sich vor allem in fettreichen Fischen wie Lachs, Makrele, Hering und Forelle sowie in Algenöl. AlphaLinolensäure, eine pflanzliche Omega-3-Fettsäure, ist unter anderem in Leinöl, Walnüssen und Leinsamen enthalten. Garzon empfiehlt beispielsweise einen Esslöffel Leinöl pro Tag. Ihr allgemeiner Grundsatz lautet: „Mehr vom Guten“. Lieblingsgerichte müssen nicht gestrichen, sondern können Schritt für Schritt verändert werden. Wer immer nur eine Zutat austauscht, findet leichter heraus, was schmeckt und dauerhaft funktioniert. Raps- und Olivenöl sind Alternativen zu vielen tierischen Fetten. Kräuter und Gewürze bringen Geschmack, ohne dass große Mengen Salz nötig sind. Vorgekochte Hülsenfrüchte und Getreide, gewaschener Salat oder ein vorbereitetes Dressing im Glas helfen an stressigen Tagen. Nüsse und Samen eignen sich als Topping, Nussmus, Pesto oder Grundlage für Aufstriche. EIN SCHLAGANFALL MIT 35 Susanne Doskoczil war erst 35 Jahre alt, als sie plötzlich ihre rechte Körperhälfte nicht mehr bewegen konnte. An einen Schlaganfall dachte die Volksschullehrerin zunächst nicht. „In meinem Alter rechnet man einfach ANZEIGE EMPFOHLEN VON HERZVERBAND ÖSTERREICHISCHER EMPFOHLEN VON HERZVERBAND ÖSTERREICHISCHER boso medicus X | Medizinprodukt | BOSCH + SOHN GmbH u. Co. KG | Bahnhofstraße 64 | 72417 Jungingen, Deutschland | boso.de Erhältlich in Apotheke und Sanitätsfachhandel.
14 FOTOS: BEIGESTELLT GENUSS nicht damit. Ich dachte, ich hätte mir etwas verrissen.“ Nach rund einer halben Stunde verschwanden die Beschwerden wieder. Zufällig hatte sie an diesem Tag einen Termin bei ihrem Hausarzt, der sie sofort auf die Stroke Unit schickte. Die Ursache blieb zunächst unklar: Weder Bluthochdruck noch erhöhte Cholesterinwerte lagen vor. Erst weitere Untersuchungen brachten ein angeborenes Loch im Herzen ans Licht, durch das vermutlich ein Blutgerinnsel ins Gehirn gelangt war. Die Öffnung wurde inzwischen verschlossen. Weil die Lähmung rasch wieder verschwand, konnte Doskoczil schon eine Woche später wieder unterrichten. Das Erlebnis veränderte jedoch ihre Einstellung. „Ich dachte mir, ich muss jetzt etwas ändern.“ Über den WhatsApp-Status einer ehemaligen Kollegin stieß sie auf das Programm „Vorsorge Aktiv“. Obwohl sie die jüngste Teilnehmerin war, fühlte sie sich von Anfang an gut aufgehoben. „Die Trainerinnen sind auf jeden von uns persönlich eingegangen. Dadurch sind wir als Gruppe sehr eng zusammengewachsen.“ GEMEINSAM KOMMT MAN WEITER Über sechs Monate trainierte die Gruppe gemeinsam, kochte gesund und arbeitete an Bewegung, Ernährung und mentaler Gesundheit. Doskoczil stellte ihre Essgewohnheiten um und verlor 15 Kilogramm, ohne Muskelmasse einzubüßen. Noch wichtiger war für sie jedoch eine andere Erkenntnis: „Gewicht ist nicht alles. Entscheidend ist, dass man sich wohlfühlt und sieht, was der Körper leisten kann.“ Auch mental profitierte sie von dem Programm. „Man muss es nicht immer allen recht machen. Ich habe mir wieder in Erinnerung gerufen, dass ich auch auf mich selbst achten darf.“ Heute empfiehlt sie anderen ohne Zögern die Teilnahme: „Nicht überlegen, einfach machen.“ Ihren Schlaganfall hätte sie zwar gerne nie erlebt, die Erfahrungen aus dem Programm aber schon: „Dieses Miteinander, das Teamgefühl und alles, was ich über mich gelernt habe, möchte ich nicht missen.“ AUS ANSTRENGUNG WURDE SPASS Auch Jürgen Matsch brachte das Programm zurück in Bewegung. Der 49-Jährige hatte nach einem Schulterbruch beim Skifahren und einer Meniskusverletzung fast ein Jahr lang kürzertreten müssen. Durch wenig Bewegung und vermehrte Kalorienaufnahme stieg sein Gewicht, zudem litt er bereits an Bluthochdruck. Seine Hausärztin unterstützte die Gewichtsabnahme mit einer medikamentösen Therapie, knüpfte die Behandlung jedoch an drei begleitende Maßnahmen: Krafttraining, Ernährungsberatung und die Teilnahme an „Vorsorge Aktiv“. „Ich habe gesagt: Okay, ich muss etwas machen.“ Von Jänner bis Ende Juni traf sich die neunköpfige Gruppe einmal pro Woche. Bewegung stand besonders häufig auf dem Programm – vor allem Kräftigungs- und Dehnübungen. Genau jene Trainingsformen also, die Jürgen Matsch zuvor vernachlässigt hatte. Zusätzlich ging er drei- bis viermal pro Woche ins Fitnesscenter. „Am Anfang hat sich jeder geplagt. Aber etwa ab der Hälfte ist die Anstrengung in Freude an der Bewegung übergegangen.“ Auch seine Ernährung stellte er schrittweise um. Er achtet heute stärker auf regelmäßige Mahlzeiten, ausreichende Eiweißzufuhr, weniger Zucker und eine bewusste Auswahl der Lebensmittel. Entscheidend sei gewesen, die Anregungen nicht nur während der Treffen auszuprobieren: „Wenn ich nur einmal pro Woche das mache, was mir dort gezeigt wird, ist es zu wenig. Ich muss es in meinem Alltag umsetzen.“ Insgesamt verlor Jürgen Matsch zwölf Kilogramm. Laut den Körpermessungen baute er dabei 15 Kilogramm Fett ab und drei Kilogramm Muskelmasse auf. Auch Blutdruck, Cholesterin und Triglyceride verbesserten sich deutlich; seine Blutdruckmedikamente konnten nach ärztlicher Rücksprache abgesetzt werden. Sein Rat fällt daher klar aus: „Ausprobieren, mitmachen und dranbleiben.“ Denn das Programm könne den Anstoß geben – die dauerhafte Veränderung entstehe aber erst, wenn aus den vermittelten Bausteinen neue Gewohnheiten werden. MICHAELA NEUBAUER n EMPFEHLUNGdes Monats GUT FÜR VENEN, HERZ-KREISLAUF, AUGEN UND HAUT Anthogenol® Bonus-Testwochen: JETZT testen und gewinnen! MASQUELIER‘s® Botanisches Extrakt aus Kernen der Vitis vinifera und Pinus Maritima unterstützen Venen, Herz-Kreislauf, Augen und Haut. JETZT Anthogenol® Bonus-Testwochen mit 15 GRATIS-Kapseln nutzen und Wellnessaufenthalt in Tirol gewinnen! www.anthogenol.at Der Weltherztag ist eine Initiative der World Heart Federation (WHF), in der sich kardiologische Fachgesellschaften und Herzfonds von mehr als 100 Ländern zusammengeschlossen haben. Er findet jedes Jahr am 29. September statt und soll jede und jeden Einzelnen dazu motivieren, den Risiken für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder einem Schlaganfall vorzubeugen. WELT HERZ TAG ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG
FOTOS: ISTOCK_OKSANA ERMAK FOTOS: ISTOCK_TIM UR FOTOS: ISTOCK_ANJA KAISER ■ ROTER-BOHNEN-AUFSTRICH ■ GEBRATENER SAIBLING ✁ ✁ ■ 250 g gekochte rote Bohnen ■ 4 EL Rapsöl ■ Saft 1/2 Bio-Zitrone ■ 1 kleine rote Zwiebel ■ 1 Tomate ■ 1 EL Tomatenmark ■ Kreuzkümmel, Salz, Pfeffer, Petersilie, Minze ■ 4 Saiblinge ■ 1 Handvoll frische Kräuter (z. B. Thymian, Basilikum oder Dille) ■ 2 Knoblauchzehen ■ 2 Zwiebeln ■ 1 unbehandelte Zitrone (Saft und Schale) ■ 4 EL Rapsöl ■ 4 Handvoll tiefgekühlte oder frische Erbsen ■ Salz, Pfeffer, Zucker ■ 100 g Zucker ■ 1 großes Ei (oder 2 kleine) ■ 150 g Joghurt (1%) ■ 150 g Vollkornmehl ■ 70 g geriebene Nüsse (Hasel- oder Walnüsse) ■ 2 TL Backpulver ■ 2 säuerliche Äpfel Zutaten für 4 Portionen Zutaten für 4 Portionen ■ APFEL-VOLLKORN-MUFFINS SO SCHMECKT ÖSTERREICH – DREI GESUNDE REZEPTE ZUM NACHKOCHEN ✁ Zutaten für 10 Stück
ZUBEREITUNG: Gekochte Bohnen, Tomatenmark, Öl und Zitronensaft mit dem Stabmixer pürieren. Kräuter hacken, Zwiebel und Tomaten in kleine Würfel schneiden und mit den Gewürzen unter das Bohnenpüree rühren. ■ ZUBEREITUNG: Zitrone waschen, etwas Schale abreiben und dann auspressen. Fische waschen, mit Küchenpapier trocken tupfen, mit der Hälfte des Zitronensafts, Salz und Pfeffer und jeweils ein paar Kräutern würzen (in die Bauchhöhle des Fisches geben). Fisch in einer Pfanne rundum kräftig anbraten und im Backofen bei 160 °C etwa 15 Min. fertig garen. Für das Püree Knoblauch und Zwiebeln schälen und ganz fein hacken. In Rapsöl anrösten und die Erbsen dazugeben, mit Salz, Pfeffer, einer Prise Zucker und etwas Zitronensaft würzen. Mit einem Schuss Wasser aufgießen und abschmecken. Ein bis zwei Min. köcheln lassen und den Zitronenabrieb unterrühren. Die Masse mit einem Mixstab pürieren und eventuell mit etwas Sauerrahm servieren. Dazu passen hervorragend Petersil- oder Braterdäpfel. ■ FOTOS: ISTOCK_KOMTHONG WONGSANGIAM, _ ANDREYTTL, _OLEH V, _LIMPIDO ■ APFEL-VOLLKORN-MUFFINS ■ GEBRATENER SAIBLING AUF ERBSENPÜREE ■ ROTER-BOHNEN-AUFSTRICH DER NEUE SAMMELSPASS: REZEPTKARTEN ZUM AUSSCHNEIDEN UND GENIESSEN! ✁ ✁ ✁ In kaltem Zustand eignet sich das Püree auch gut als Brotaufstrich. Aufwerten können Sie den Aufstrich noch mit ein paar Tropfen hochwertigem Lein- oder Nussöl. Tipp ZUBEREITUNG: Zucker mit Ei und Joghurt cremig rühren. Die Äpfel waschen, Kerngehäuse ausstechen und samt Schale reiben. Mehl mit Backpulver vermischen und abwechselnd mit Äpfeln und Nüssen in die Joghurtmasse einarbeiten. Den Teig in Muffinförmchen füllen und bei 180 °C etwa 15 bis 20 Min. backen. ■ Besonders gut schmecken die Apfelmuffins, wenn man sie mit einer kräftigen Prise Zimt und/ oder Kardamom würzt. Tipp
17 Endometriose ist mehr als starke Regelschmerzen. Die chronische, entzündliche und hormonabhängige Erkrankung betrifft jede zehnte Frau und geht häufig mit Schmerzen, Erschöpfung, Verdauungsbeschwerden und einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität einher. Dieses Buch zeigt, wie Ernährung zu einem kraftvollen Baustein eines ganzheitlichen Therapiekonzepts werden kann. Wissenschaftlich fundiert und gleichzeitig verständlich erklärt es, welche Rolle Entzündungsprozesse, Östrogenstoffwechsel, Darmmikrobiom und Mastzellen bei Endometriose spielen – und wie Ernährung gezielt darauf Einfluss nehmen kann. Ein empowernder Leitfaden für Frauen, die ihre Endometriose besser verstehen, informierte Entscheidungen treffen und aktiv mit ihrem Körper arbeiten wollen. ISBN: 978-3-991800651 Theresa Vierlinger: Ernährung bei Endometriose Hitzewallungen, Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen – kaum eine Frau sieht den Wechseljahren gelassen entgegen. Dabei ist unser Bild von der Perimenopause hoffnungslos veraltet und benötigt dringend ein Makeover. Viele Frauen leiden heute unnötig, und keine „muss da durch“. Sind die Beschwerden erst mal identifiziert, können wir viel für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden tun – und uns auch in der zweiten Lebenshälfte noch stark und sexy fühlen. ISBN: 978-3-499003172 Aktuelle Gesundheitsratgeber-Favoriten der GESUND & LEBEN-Redaktion Lesetipps Morgens schmerzt der Kiefer, mittags ist der Nacken verspannt, abends kommt das Kopfweh, und nachts knirschen die Zähne? Mandy Scheunchen erklärt Ihnen, was Sie über Kiefergelenkschmerzen und Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) wissen sollten, wie Schmerzen im Kiefergelenk entstehen, welche Symptome auftreten und wie Betroffene diese Beschwerden nachhaltig lindern können. Neben fundiertem Hintergrundwissen – von der Anatomie des Kiefergelenkes über häufige Ursachen wie Stress, Zähneknirschen (Bruxismus) und Fehlstellungen bis hin zu bewährten Diagnose- und Therapiemethoden – legt die erfahrene Zahnärztin besonderen Wert auf praktische Tipps und Selbsthilfe. ISBN: 978-3-863748012 Reizblasensymptome, wiederkehrende Blasenentzündung, Inkontinenz, Kontrollverlust – mit diesen Problemen haben viele Frauen zu kämpfen. Viele empfinden ihre Blase nicht mehr als Teamplayer im Reigen ihrer Organe und versuchen – oft vergeblich –, ihre Beschwerden mit Medikamenten in den Griff zu bekommen. Die Urotherapeutin Sabine Irmer eröffnet einen ganz neuen Blick auf die Funktionsweise der Blase und darauf, welche zentrale Rolle sie für unsere Gesundheit spielt: In dem von ihr entwickelten Uro-Gyn-Puzzle zur Blasenfunktion beschreibt sie insgesamt neun Bereiche im Körper, die unsere Blase direkt oder indirekt beeinflussen – und über die wir wiederum unsere Blasenfunktion harmonisieren können – nur zusammen ergeben sie ein Ganzes. ISBN: 978-3-867312837 Dr. med. Sheila de Liz: Woman on Fire. Alles über die fabelhaften Wechseljahre Sabine Irmer: Blase in Balance Dr. med. dent Mandy Scheunchen: Kiefergelenkschmerzen, CMD und Zähneknirschen ILLUSTRATION: ISTOCKPHOTO/ IRENA RUDOVSKA
18 XXX Von Mathematik bis hin zur Technik: Im IZIBIZI kids corner in Wiener Neudorf gibt es seit einem Jahr einen MINT-Schwerpunkt mit vielen Experimenten und sogar Tieren. Franziska Pokorny Pädagogin die Kleinsten spielerisch an diese Themen heranzuführen, erklärt Franziska Pokorny. Die Pädagogin arbeitet jahrelang in der Kinderkrippe, ehe sie im Sommer vergangenen Jahres die Familiengruppe übernimmt. Mit dem Wechsel in die neue Gruppe entsteht auch die Idee, etwas Neues auszuprobieren. „Mich interessiert MINT sehr, deshalb habe ich mir gedacht, dass ich es einfach einmal ausprobiere.“ Da der IZIBIZI kids corner die private Tagesbetreuung von ecoplus ist, sind regelmäßig Technikerinnen und Techniker im Haus. Das weckt auch die Neugier der Kinder: „Die Kinder stellen ihnen regelmäßig Fragen wie ‚Was machst du da?‘ oder ‚Was ist das für ein Werkzeug?‘“, erzählt Pokorny. Der neue MINTBereich startet schließlich mit dem Einzug von Schnecken. Gemeinsam mit den Kindern richtet die Pädagogin ein Terrarium ein und beobachtet mit ihnen die neuen Bewohner. In der Gruppe gibt es außerdem einen Experimentierwagen mit verschiedenen Materialien, an dem selbst ausprobiert und entdeckt werden kann. „Ein typisches MINT-Thema ist Strom. Die Kinder können einfache Stromkreise nachbauen und ausprobieren, wann ein Licht angeht, ein Propeller fliegt oder ein Ton entsteht.“ „KINDER GEBEN THEMEN VOR“ Auch Magnetismus spielt eine große Rolle und wird mit verschiedenen Magnetspielen erforscht. Rund um das Thema Mathematik gibt es etwa Aufgaben zum Zählen, Ringe sowie ein Legetablett mit Licht, auf dem die Kinder geometrische Formen oder kleine Steine anordnen können. Für erste Erfahrungen mit Informatik steht im kids corner eine sogenannte Bee-Bot-Box zur Verfügung. Dabei handelt es sich um einen programmierbaren Lernroboter in Form einer Biene, mit dem die Kinder spielerisch erste Schritte im Programmieren machen können. Im Experimentierhaus wird schließlich gemeinsam ausprobiert und gestaunt: etwa bei einer Kerze im Wasser, über die ein Glas gestülpt wird, oder bei der sogenannten Teebeutel-Rakete. Welche Themen gerade im Mittelpunkt stehen, bestimmen vor allem die Interessen der Kinder. „Wir arbeiten prozessorientiert. Wenn sich die Kinder beispielsweise für das Fliegen im Sommerurlaub interessieren, greifen wir dieses Thema auf. Im Herbst sammeln wir Kastanien und überlegen gemeinsam, was wir daraus machen können. Kurt, unser Objekttechniker, bohrt gemeinsam mit den Kindern Löcher in die Kastanien und wir basteln Ketten daraus.“ Während Themen wie Strom oder Magnetismus dauerhaft ihren Platz haben, wird der Experimentierwagen regelmäßig neu bestückt. So gibt es für die Kinder immer wieder Neues zu entdecken, auszuprobieren und zu erforschen. Eine Teebeutel-Rakete hebt ab, eine kleine Lampe beginnt zu leuchten und die Kinder programmieren ihre „Bee-Bots“ selbstständig durch ein Labyrinth: In der MINT-Gruppe des IZIBIZI kids corner im IZ NÖ-Süd in Wiener Neudorf, der vom herzlichen Team des Hilfswerk Niederösterreich geführt wird, gehören diese Aha-Momente zum Alltag. Genau vor einem Jahr startete Pädagogin Franziska Pokorny ein Pilotprojekt, das sich zum festen Bestandteil des Kindergartenalltags entwickelte. VON SCHNECKEN BIS STROM MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Ziel ist es, bereits Forschen von KLEIN auf FOTO: ISTOCK: _ MARIJA STEPANOVIC, _ ELIFLAMRA; DANIEL HINTERRAMSKOGLER
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